Lungenzysten ( Bullae, Blase)
Unter einer Lungenzyste versteht man eine anormale, luftgefüllte Höhle, die angeboren in Folge einer Missbildung oder sekundär als Folge jeglicher Störung im Lungengewebe auftreten kann. Obwohl solche Blasen mit Respirationsepithel ausgekleidet sind, nehmen sie nicht am Gasaustausch zwischen Blut und Luft teil. Lungenblasen können kleiner als 1 cm sein, aber auch einen ganzen Lungenlappen ausfüllen. Während eine kleine Lungenblase in der Regel ohne Symptome bleibt, können größere die restliche Lunge oder Gefäße komprimieren und zu kardiorespiratorischen Problemen führen. Aus diversen Gründen können Blasen platzen und Luft kann in die Brusthöhle austreten und zu einem sogenannten Pneumothorax führen.
Während bei alleinigem Auftreten von Lungenzysten, ohne begleitende Komplikationen, keine weiteren Therapien erforderlich sind, muss beim Platzen einer Blase chirurgisch interveniert werden. Da es vor der Operation meist nicht möglich ist, genau festzustellen, wo sich die rupturierte Blase befindet, wird intraoperativ der Brustkorb mit erwärmtem, sterilisiertem Wasser gefüllt. Durch die austretende Luft und die nun entstehenden Wasserblasen, kann der Ort der Läsion ermittelt werden. Daraufhin wird der Lungenlappen teilweise oder ganz entfernt. Nach Absaugung der Flüssigkeit wird die Operationswunde verschlossen. Die freie Luft im Brustkorb wird in den folgenden Tagen meist ohne Behandlung resorbiert. Sollte dies nicht der Fall sein, wird durch eine Drainage die Luft abgesaugt.

 

LUNGENBLASE1

Typisches Bild eines Pneuthorax aufgrund freier Luft im Brustkorb nach Ruptur einer Lungenblase

LUNGENBLASEVD

Gekennzeichnet der kollabierte Lungenlappen

© 2013 Vetclinic BOZEN - Dr. Georg Moser - Dr. Simon Kirchler