Patellaluxation beim Hund

Patellaluxation bedeutet eine Verlagerung der Kniescheibe aus ihrer Gleitrinne im Oberschenkelknochen. Es handelt sich dabei um ein weit verbreitetes Problem bei vielen Zwerghunderassen (Zwerpudel, Yorkshire Terrier, Pinscher, Bologneser, Chihuahua, usw.)

Meist luxiert die Kniescheibe nach innen (mediale Luxationen), typisch bei kleinen Rassen. Bei lediglich 20-25% handelt es sich um Luxationen nach außen (laterale Luxationen), von denen überwiegend Hunde mittlerer und großer Rassen betroffen sind, wie z.B. Pudel, Cocker Spaniel, Irischer Setter, Boxer, Flatcoated Retriever und Pyrenäen-Berghund.

Das Kniegelenk wird gebildet aus dem Oberschenkelknochen (Femur), dem Schienbein (Tibia) und dem Wadenbein (Fibula). Die Kniescheibe (Patella) ist in die Endsehne der Streckmuskulatur eingelagert, gleitet in ihrer Knochenrinne im Oberschenkelknochen und setzt am vorderen Rand des Schienbeins an.

Symptome

Hunde, bei denen die Kniescheibe fest in ihrer Position in der Gleitrinne liegt und nur durch Druck vorübergehend luxiert werden kann, zeigen in der Regel keine Lahmheiten und brauchen auch keine Behandlung. Luxiert die Kniescheibe jedoch spontan während der Bewegung aus der Gleitrinne, so können mit der Zeit Gelenksentzündungen und Knorpelschäden entstehen, die dann auch zu Lahmheiten führen. Die Lahmheiten können sich durch plötzliches Hochhalten des Beines während einiger Schritte bemerkbar machen. Dabei befindet sich die Kniescheibe außerhalb der Gleitrinne. Springt die Kniescheibe in ihre normale Position zurück, wird das Bein wieder normal belastet. Um entsprechende Schädigungen im Gelenk zu vermeiden, ist eine frühzeitige Behandlung empfehlenswert. Dies ist meist nur durch eine Operation des Kniegelenkes mit Vertiefung der Gleitrinne und Versetzung der Ansatzstelle des geraden Kniescheibenbandes möglich. Die Behandlung hängt im Einzelnen von Alter, Rasse und Ausmaß der Veränderungen ab.

Transposition der Crista tibiae: Versetzung des Ansetzungspunktes der Patellasehne am Schienbein nach lateral mit Fixierung durch Kirschner Nägel

Sulcoplastik: Vertiefung der Gleitrinne

Distale Femurosteotomie: Winkelveränderung des Oberschenkels durch Korrekturosteotomie

Kapselraffung: Durch eine Naht mit einem resorbierbaren Nahtmaterial wird die Kniescheibe stärker in ihrer Position gehalten.

Nach der Operation können die Hunde gleich gehen, allerdings wird für  einen Monat das Spazierengehen an der Leine dringend empfohlen.

    

Sulcoplastik: Entfernung eines Knorpelstückes in Keilform und wiedereinsetzen in vertiefter Position

Versetzung (Transposition) der Crista tibiae

© 2013 Vetclinic BOZEN - Dr. Georg Moser - Dr. Simon Kirchler