Nickhautdrüsen-Vorfall (Cherry Eye)

Hunde weisen neben dem oberen und unteren Augenlid ein drittes Augenlid auf, die sogenannte Nickhaut. In diesem dritten Augenlid liegt eine Tränendrüse (Nickhautdrüse), die normalerweise sehr klein ist. Bei einem Nickhautdrüsen-Vorfall beim Hund vergrößert sich diese und ragt über den Rand des dritten Augenlids heraus.

Meist tritt ein Nickhautdrüsen-Vorfall bei relativ jungen Hunden (unter zwei Jahren) auf. Häufig betroffene Rassen:

Amerikanische Cockerspaniel, , Cavalier King Charles Spaniel, Beagle, die Englische Bulldogge, Französischer Bulldog, Mastino Napoletano, Boxer, Sharpei, Pechinese, Lhasa-Apso, Basset Hound, Boston Terrier, Shitzu.

Meist ist der Nickhautdrüsen-Vorfall einseitig, allerdings kommt es in ca. 20 % der Fälle zu einem Vorfall der Drüse im zweiten Auge innerhalb von 2-3 Monaten oder seltener innerhalb weniger Tage oder Wochen.

Oftmals ist das Auge des Hundes zu Beginn des Vorfalls nur leicht entzündet, gerötet und tränt verstärkt. Nach einiger Zeit entwickelt sich eine langwierige Entzündung der Nickhautdrüse und der Bindehaut.

Die Ursachen für ein Cherry Eye beim Hund sind bis heute nicht völlig geklärt. Ursprünglich vermutete man eine zugrundeliegende Entzündung. Heute unterstützt man die These einer vererbten Lockerheit des Bandapparates der Nickhautdrüse.

Ein Nickhautdrüsen-Vorfall beim Hund wird in der Regel operiert, da eine reine Behandlung mit Medikamenten nicht ausreicht. Es werden zwei kleine Schnitte gesetzt, die Nickhautdrüse wird wieder in ihre ursprüngliche Position verlagert und eingenäht. Hierbei verwendet man ein resorbierbares Nahtmaterial, das sich von alleine auflöst. Die Fäden müssen daher nicht gezogen werden.

 cherry eye

Vorgefallene Nickhautdrüse

 

© 2013 Vetclinic BOZEN - Dr. Georg Moser - Dr. Simon Kirchler