Die Hüftdysplasie oder Hüftgelenksdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Betroffen sind sämtliche Hunderassen, wobei großwüchsige Rassen das Krankheitsbild besonders häufig ausbilden. Erstmals diagnostiziert wurde die HD am Deutschen Schäferhund und wird daher fälschlicherweise hauptsächlich mit dieser Rasse in Verbindung gebracht, obwohl auch andere Rassen betroffen sind. Auch bei Hauskatzen kann diese Krankheit auftreten. Die HD ist zu großen Teilen genetisch bedingt, jedoch können falsche Ernährung und falsche Haltung die Entstehung und das Fortschreiten der Krankheit begünstigen. Demzufolge handelt es sich um ein multifaktorielles (von vielen Faktoren abhängiges) Geschehen. Klinisch zeigt sich die HD in zunehmender Bewegungseinschränkung und Schmerzhaftigkeit, die infolge der krankhaften Umbauprozesse am Hüftgelenk (Coxarthrose) entstehen. Die Behandlung kann entweder konservativ (nichtsteroidale Entzündungshemmer, spezielle Diät) oder chirurgisch erfolgen. Wesentlich dabei ist die Frühdiagnostik, die wir bereits ab dem Alter von 12 Wochen durchführen. Dabei werden die Hüftgelenke in Sedierung klinisch-orthopädisch und durch digitales Röntgen untersucht.

Bei Patienten mit manifester HD empfehlen wir in diesem Alter eine JPS (juvenile pubische Symphysiodese). Bei diesem minimal invasiven Eingriff wird der Wachstumsknorpel im Bereich des vorderen Teiles der Beckensynmphyse radiochirurgisch zerstört. Die Folge ist ein relativ vermehrtes Wachstum im dorsalen Pfannenbereich und damit eine Vertiefung der Hüftgelenkspfanne mit dem Effekt einer beidseitigen Pfannenschwenkung.

Ein anderes chirurgisches Verfahren besteht in einer Osteotomie des Beckens. Dazu werden entweder zwei  oder alle drei Beckenknochen (Darmbein, Sitzbein und Schambein) durchtrennt, das Becken etwas zur Seite gekippt und die Knochen anschließend wieder durch eine spezielle Platte mit Schrauben verbunden. Dabei wird erreicht, dass der Oberschenkelkopf wieder besser zur Hüftgelenkspfanne passt. Diese Operation ist aufwändig und nur bei jungen Hunden anzuraten, bei denen noch keine sichtbaren Veränderungen an der Gestalt des Femurkopfs im Sinne einer beginnenden Arthrose bestehen.

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