Leishmaniose

Vorkommen und Verbreitung

Die Leishmaniose ist eine weltweit vorkommende Infektionserkrankung, die sowohl beim Menschen als auch beim Tier diagnostiziert und durch Parasiten der Gattung Leishmania hervorgerufen und von Sandmücken übertragen wird. Durch die Mitnahme der Hunde in den Urlaub, vor allem nach Südeuropa, oder Import von Tieren aus diesen Ländern wird die Leishmaniose auch in Deutschland, der Schweiz und natürlich auch bei uns immer häufiger diagnostiziert. Es ist davon auszugehen, dass die Zunahme der Erkrankung in den deutschsprachigen Ländern, v.a. dem fürsorglichen Import durch gewisse Tierschutzorganisationen angelastet werden muss. Die Erkrankung wird bei unseren Haustieren bevorzugt beim Hund festgestellt, aber auch bei Katzen, Nagern, Rindern und Pferden wurden Krankheitsfälle beschrieben. Hauptverbreitungsgebiet des Erregers sind Nordostchina, der Mittlere Osten, Südeuropa, Nordafrika, Zentral- und Ostasien, Zentral- und Südamerika (besonders Honduras und Brasilien).

Übertragung

Das Erregerreservoir stellen Hunde als auch Nagetiere dar. Für die Entwicklung benötigt der Parasit zwei Wirte, der erste ist das Stechinsekt (Sand- oder Schmetterlingsmücke), der zweite ein Wirbeltier. Nimmt das Stechinsekt beim Saugakt infiziertes Blut auf, kommt zur Vermehrung und wird bei der nächsten Blutmahlzeit auf den zweiten Wirt übertragen. Dort werden die Parasiten freigesetzt und befallen weitere Zellen der körpereigenen Abwehr. Dies findet vor allem in Lymphknoten, Knochenmark, Milz und Leber statt.

Die Inkubationszeit(= Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit) ist sehr unterschiedlich und kann Monate bis Jahre dauern. Deswegen ist es für den Tierhalter oft schwierig, einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Aufenthalt in einem der betroffenen Urlaubsgebiete zu sehen.

Als Folge der Vermehrung der Sandmückenpopulationen in den Ursprungsgebieten wird sowohl eine Erhöhung der Erkrankungsfälle beim Menschen als auch beim Tier beobachtet. Besonders im Mittelmeerraum ist die Leishmaniose-Infektionsrate bei Hunden sehr hoch. Sie beträgt zum Beispiel in Andalusien zirka 40 Prozent, während in Sizilien bis zu 80 Prozent der Hunde mit dem Erreger infiziert sind.

Krankheitsbild

Da Leishmanien im ganzen Organismus verbreitet werden können, stellt sich die Krankheit äußerst mannigfaltig dar. Die ersten Symptome sind sehr unspezifisch: Durchfall, Lahmheit, Appetitlosigkeit gefolgt von Gewichtsverlusten, rasches Ermüden. Zu den häufigsten klinischen Erscheinungen gehören Hautläsionen: offene kleine Hautwunden, die schlecht verheilen, trockene Verkrustungen am Kopf, offene Wunden an den Beinen, aber auch an den Pfoten. Das oft büschelweise Ausfallen von Haaren wird ebenso häufig beobachtet wie das Einreißen der Ohrränder. Lokal oder allgemein vergrößerte Lymphknoten, die bei kurzhaarigen Hunden unter der Haut auch sichtbar sein können. Neben der Haut sind bei der Erkrankung auch die inneren Organe in Mitleidenschaft gezogen. Entzündungen der Leber, des Darmes, des Knochenmarks, der Gelenke, der Nieren oder der Blutgefäße können diagnostiziert werden.

Therapie – Vorbeuge

Fakt ist, dass es sich bei er Leishmaniose um eine schwerwiegende, schlecht behandelbare Krankheit handelt, an der ohne Behandlung 90% der erkrankten Hunde innerhalb eines Jahres sterben. Mit Therapie wird zwar die Prognose verbessert, allerdings konnte eine gesicherte Erregerelimination und Dauerheilung nicht nachgewiesen werden. Mit häufigen Rezidiven muss gerechnet werden.

Mittlerweile gibt es mehrere Medikamente, die einer Infektion vorbeugen können. Allerdings ist nach wie vor der bestmögliche Schutz, die Hunde nicht in endemische Gebiete zu verbringen. Ist dies unvermeidbar, stehen an Schutzmassnahmen zur Verfügung:

· Mückenabwehr durch spezielle Halsbänder oder Spot-on Produkte

· Keine Spaziergänge während der Flugzeit der Mücken( Frühe Morgen- und Abendstunden) unternehmen

· Vorbeugende Gabe von Tabletten oder einer Flüssigkeit, die im Erkrankungsfall auch als Therapie   eingesetzt werden

· Impfung gegen Leishmaniose

Bedeutung für den Menschen

Die Ansteckungsgefahr für den Menschen durch ein erkranktes Tier ist äußerst gering. Gefährdet sind allerdings v.a. Kleinkinder und immunsupprimierte Personen (HIV-infizierte Menschen, Patienten unter Chemo- oder Glukokortikoidtherapie).

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