Filariose - Herzwurm

Erreger

Filarien gehören zu den Rundwürmern (Nematoden).

Die erwachsenen, geschlechtsreifen Würmer halten sich in den großen Lungenarterien, der rechten Herzkammer und Herzvorkammer auf und können bis zu 30cm lang und etwa 1mm dick werden.

Die weiblichen Filarien gebären Larven, die in den Blutkreislauf abgegeben werden. Beim Blutsaugen werden sie von Stechmücken aufgenommen und bei der nächsten Blutmahlzeit von der Mücke auf den nächsten Wirt (Hund, oder auch andere Fleischfresser, wie Wolf, Fuchs, Frettchen, Katze) übertragen wird. Etwa 70 Tage dauert es bis diese Larve das Herz erreicht und weitere 6 bis 7 Monate bis sie geschlechtsreif ist und mit der erneuten Produktion von Mikrofilarien(=Jugendstadien) beginnt.

Überträger

Als Überträger werden etwa 70 verschiedene Arten von Stechmücken verantwortlich gemacht.

Vorkommen

Herzwürmer kommen in tropischen und subtropischen Gebieten wie auch in Süd– und Südosteuropa einschließlich aller Mittelmeerländer vor.

Inkubationszeit

Wochen bis Monate

Klinisches Bild

Die Schwere einer Herzwurmerkrankung ist von der Dauer der Infektion und dem Ausmaß des Wurmbefalls abhängig.

Bei geringem Befall bleibt die Infektion aufgrund der fehlenden Symptomatik oft unerkannt. Oder die Hunde zeigen nur einen Leistungsabfall oder bei der Anstrengung Husten und Atemprobleme.

Bei hochgradigem Befall kommt es zu schwerer Herz- und Lungensymptomatik mit Atemnot und Husten mit zum Teil blutigem Auswurf. Lungenödeme und Bauchwassersucht (Ascites) sind typische Erscheinungsbilder. Häufig führt ein Blutrückstau in die Leber zu einer fortschreitenden Zerstörung von Leberzellen und schließlich zur Leberinsuffizienz. Plötzliches Absterben von Würmern kann zu Gefäß– und Lungenembolien führen.

Therapie und Prophylaxe

Die Therapie einer manifesten Herzwurmerkrankung geht häufig mit Komplikationen einher. Aber auch durch das Absterben der Würmer während der Therapie kann es durch diese Fremdeiweißbelastung zu lebensgefährlichen Kreislaufschocksituationen kommen. Manchmal muss daher eine chirurgische Entfernung der erwachsenen Würmer vor der medikamentösen Therapie erfolgen.

Die Prophylaxe ist einfach. Für Ferien im Süden (auch bereits beim Verlassen von Trentino-Südtirol) genügt die einmalige Gabe einer Tablette oder die Appliaktion einer Fiale innerhalb von 30 Tagen nach Verbringung des Tieres in ein Risikogebiet. Bei längerem Aufenthalt gilt es die Verabreichung monatlich zu wiederholen.

Gefahr für den Menschen

Infektiöse Herzwurmlarven können durch Stechmücken auch auf den Menschen übertragen werden. Solche Infektionen sind sehr selten und haben einen meist symptomlosen Verlauf. Vereinzelt kommt es zu Herdinfektionen in der Lunge.

 

 

 

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